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Amygdala - Die VDTT Online-Zeitung

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Grundregeln für den Mehrkatzenhaushalt

  • geschrieben von Tatjana Mennig

Es wird im Allgemeinen empfohlen, gleich zwei Katzen anzuschaffen, vor allem wenn man tagsüber viel außer Haus ist. Das ist auch sinnvoll, wenn die Katzen zueinander, in den angebotenen Lebensraum und zu den möglichen Lebens- und Haltungsbedingungen des Halters passen. Darüber hinaus gibt es jedoch viele “Kleinigkeiten” zu beachten. Die wichtigsten werden im folgenden erläutert:

Ressourcen

Gerade bei der Haltung von mehr als einer Katze ist es in jedem Fall sehr wichtig, ausreichend Ressourcen zu bieten, damit die Grundbedürfnisse jedes einzelnen Tieres befriedigt werden können. Hier gilt – übrigens ganz genauso wie in Bezug auf das Katzenklo – die Grundregel

Anzahl der Katzen = Anzahl der jeweiligen Ressource + 1 (bzgl. mancher Ressourcen gern noch mehr).

Es müssen also eigentlich immer „mehr als genügend“ Ressourcen vorhanden sein, damit keine Konkurrenz zwischen den einzelnen Individuen auftritt, und damit jede Katze immer „die Wahl zwischen mehreren Optionen“ hat. Solche Wahlmöglichkeiten haben Katzen übrigens sehr gern ;o).

Für den Katzenhalter bedeutet das, zu überlegen, welche Ressourcen die Katze im Allgemeinen braucht, um ihre Grundbedürfnisse zu erfüllen. Diese sind: Ruhen / Schlafen, Erkunden, Jagen / Spielen, Fressen / Trinken und sich Lösen.

Mehr über das Thema Katzenklo lesen Sie hier

Raumangebot

Wichtig ist auch, dass unsere Wohnung / Haus aus Katzensicht sinnvoll aufgeteilt ist, d.h. die Katzen müssen sich buchstäblich aus den Augen gehen können. Es sollten also entweder genügend Zimmer vorhanden sein (ein Zimmer auf eine Katze), oder das bzw. die Zimmer sollten durch Raumteiler so unterteilt sein, dass einzelne „Räume im Raum“ entstehen. Als Raumteiler eignen sich beispielsweise geschlossene Regale, große Pflanztöpfe, Paravents und Sofas. Auch Umzugs- und / oder große Verpackungskartons sind tolle Raumteiler, die außerdem zum Erkunden und Spielen einladen.

Spiel, Spaß, Spannung und Ansprache

Zu einem erfüllten Katzenleben gehört auch und vor allem, dass die Katze ihr Jagdbedürfnis ausleben kann. Auch in einem Mehrkatzenhaushalt muss jede Katze für sich deshalb die Möglichkeit haben, von den Mitkatzen ungestört Dinge zu erkunden, Futter zu suchen, zu spielen und Zeit mit ihrem Menschen zu verbringen. Nicht alle Katzen mögen es, wenn bei diesen Aktivitäten ein Artgenosse dabei ist. Wenn eine Katze sich beim Spielen immer zurückhält bzw. überhaupt nicht mitmacht, könnte darin der Grund liegen. Es sollte also genügend Zeit vorhanden sein, um sich mit jeder Katze auch einzeln ausgiebig beschäftigen zu können, und zwar nicht nur ab und zu, sondern täglich.

Es ist übrigens durchaus möglich, Katzen vorübergehend zu separieren, um sich jedem Tier einzeln widmen und auf seine individuellen Bedürfnisse eingehen zu können. Den oder der „weggesperrten“ Katze(n) kann man die Wartezeit auf der anderen Seite der Tür z.B. mit einer Futterfummelei verschönern.

Fazit:

Zwei Katzen sind glücklicher als eine – wenn sie miteinander harmonieren und zum Halter sowie in den angebotenen Lebensraum passen. Zwar mag die Mehrkatzenhaltung zugleich ein wenig mehr Aufwand mit sich bringen. Sie macht aber auch uns Menschen mehr Spaß. Nicht zuletzt beschert das Beobachten inniger Katze-Katze-Beziehungen viele unvergessliche, lustige und bezaubernde Momente – und die dürfen uns die Mehrkatzenhaltung wert sein!

Autorin: Tatjana Mennig ist Tierpsychologin (ATN-Akademie, Fachrichtung Katze) und lebt mit ihrer Familie, zu der die beiden Katzen Oma und Daisy sowie verschiedene andere Haustiere gehören, in Hamburg. Sie ist Mitglied im VDTT sowie im Felidae e.V. und ist zusätzlich als Buchautorin und Bloggerin aktiv. Ihr Steckenpferd sind Rassekatzen und das kätzische Sozialverhalten. Ihre Homepage: www.felis-felix.de

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