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Amygdala - Die VDTT Online-Zeitung

Neues und Interessantes aus der Welt der Tiere

Mit dem Hund in Haus, Hof und Garten

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Heutzutage findet das Leben des modernen Menschen immer häufiger innerhalb der eigenen vier Wände statt. Kaum ein Mensch in unserem Kulturkreis benötigt seinen Hund noch dazu, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Der Hund ist mehr denn je zum Sozialpartner, manchmal leider auch nur zu einem Luxusobjekt geworden. Wir kaufen Hunde häufig nach ihrem Aussehen und seltener aufgrund ihrer besonderen Verhaltensmerkmale. Uns geht es gut, und wir möchten, dass es unserem Hund auch gut geht.

Also sorgen wir für das beste Futter, das beste Zubehör und versuchen, alle Bedürfnisse unseres Vierbeiners bestmöglich zu befriedigen. Leider vergessen wir dabei allzu häufig unseren Hund, der darauf brennt, das, was in ihm steckt, umsetzen zu dürfen, sein naturgegebenes Potenzial anzuwenden und etwas mit uns zusammen zu tun. Wir lesen Bücher, die uns erklären, der Hund sei ein Rudeltier. Stimmt – doch was ist, wenn wir fast den ganzen Tag im Büro arbeiten – was passiert dann mit unserem Hund?

Der Hund hat weiterhin das Potenzial Großes zu leisten, bekommt aber nicht selten nur wenige oder gar keine Aufgaben übertragen. Viele Hunde kommen damit zurecht, keine konkrete Arbeit zu haben, in der Familie einfach „nur“ mit zu leben und lediglich dabei zu sein. Sie entwickeln keine Verhaltensstörungen, auch wenn es unter Umständen schöner und erfüllender für sie wäre, sie hätten eine Aufgabe, die sie wirklich fordert. In diesen Fällen stellen die häufigen Interaktionen mit den menschlichen Familienmitgliedern im Haus bereits eine adäquate Aufgabe für den Hund dar (einige Hunde sind mit dieser Lebenssituation mitunter sogar regelrecht überfordert). Darf man doch nie unterschätzen, wie wichtig und welch eine Bereicherung gemeinsames Tun von Mensch und Hund für die Qualität der Beziehung ist und welch positive Auswirkungen es auf die Bereitschaft des Hundes hat, sich führen zu lassen sowie sich am Verhalten des Menschen zu orientieren. Und wie anstrengend dies sein kann, wenn alles „funktionieren“ soll. Es gibt allerdings auch Hunde, die mit dem Menschen im Hause leben und auffallend darunter leiden, keine Arbeit zu haben und zu wenig ausgelastet zu sein. Insbesondere sind dies solche Hunde, die Rassen angehören, deren engere Vorfahren, wie z. B. die Eltern oder Großeltern, noch im direkten Arbeitseinsatz waren und die dementsprechend genetisch veranlagt sind. Bei ihnen führt mangelnde Auslastung und fehlende Arbeit fast zwangsläufig zu Problemen.

Um ein harmonisches Zusammenleben zu gewährleisten, sind diese Punkte zu beachten, denn das Leben des Hundes im Haus und in der Familie kann eine außerordentliche Bereicherung sein, sowohl für den Menschen, als auch für den Hund.

VDTT

Der VDTT wurde 2005 durch Absolventen der ATN, der Akademie für Tiernaturheilkunde, gegründet. Die damaligen Gründungsmitglieder gehörten noch zu den Pionieren der angewandten Verhaltenskunde.

Tierberufe Ausbildung bei der ATN Akademie

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