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Amygdala - Die VDTT Online-Zeitung

Neues und Interessantes aus der Welt der Tiere

Übler Geruch im Katzenklo?

  • geschrieben von Christine Hauschild

Bei Beratungen zum Thema Unsauberkeit gilt es häufig, geeignete Plätze für zusätzliche Katzentoiletten zu finden, entweder um der Katze das Umlernen zu erleichtern oder auch, weil dauerhaft eine größere Zahl von Katzenklos erforderlich ist. Zugegeben: In fremden Wohnungen und Häuser lassen sich viel leichter mögliche neue Toilettenstandorte identifizieren als in den eigenen vier Wänden. Häufig habe ich nach Vorschlägen, ein neues Klo neben dem Wohnzimmerschrank oder vor dem Bett anzubieten nicht nur in erschrockene und skeptische Gesichter geblickt, sondern auch Sätze gehört wie „Oh nein, ein Klo im Schlafzimmer geht wirklich nicht. Das stinkt doch viel zu sehr.“ Und ich habe dann bei mir - meist im Stillen - gedacht: „Wenn man die Klos mehrmals täglich sauber macht, dann stinkt doch gar nichts?!?“

Nun ist mir klar geworden, dass ich selber im Laufe der Jahre etwas ganz Wesentliches aus den Augen verloren hatte – oder sollte ich sagen, aus der Nase verloren?

„Wie kann eine so süße Katze so unglaublich stinkende Geschäftchen hinterlassen?!“ hat sich sicherlich schon so mancher Katzenhalter verzweifelt gefragt. Darauf gibt es eine Antwort! Wenn keine Erkrankung zugrunde liegt, dann bestimmt das Futter in ganz starkem Ausmaß über den Geruch des Katzenkots. Je hochwertiger das Futter ist, d.h. je höher der Fleischanteil ist, desto weniger riecht das große Geschäft. Dies gilt auf jeden Fall für Nassfutter. (Ob hochwertiges, getreidefreies Trockenfutter zu geruchsarmen Kot führt, weiß ich nicht, da ich niemals Trockenfutter als alleiniges Futter angeboten habe. Ich freue mich aber über Erfahrungsberichte.) Wer seine Katze mit rohem Fleisch und (hoffentlich sehr fundiert errechneten) Supplementen füttert, wird vom Kot seiner Katzen sogar so gut wie nichts riechen. Ich hatte schon häufig Besuch, der sich überrascht darüber äußerte, dass ja gar nicht riechbar ist, dass Eazy oder ZsaZsi gerade im direkt neben dem Wohnzimmertisch stehenden Katzenklo ein großes Geschäft verrichtet hatten. Ich hatte im Zusammenleben mit meinen gebarften Katzen deshalb wirklich vergessen, wie fürchterlich Katzenkot riechen kann.

Die Lösung für monströse Gerüche aus dem Katzenklo besteht also nicht in Katzenklodeos, Haubenklos mit Eingangsklappe oder der Verbannung der Klos in entlegene Winkel. Stattdessen lohnt sich neben der regelmäßigen Reinigung eine kritische Überprüfung des aktuellen Futters. Es gibt inzwischen eine Vielzahl von hochwertigen Katzenfuttersorten. Diese erkennen Sie in der Regel am einfachsten an der empfohlenen Fütterungsmenge. Diese sollte etwa 200 gr pro Tag für eine 4-kg-Katze nicht überschreiten. Achten Sie dabei unbedingt auf die Deklaration als Alleinfuttermittel (Ergänzungsfuttermittel haben oft einen sehr hohen Fleischanteil, enthalten aber nicht alle notwendigen Vitamine und Mineralstoffe und können deshalb zu Mangelernährung führen). Wenn Sie sich vorstellen könnten, auf Rohfleischfütterung umzustellen, sollten Sie sich vorher unbedingt sehr gut informieren. Barfen heißt nicht, einfach nur rohes Fleisch zu füttern! Am besten leisten Sie sich eine professionelle Fütterungsberatung, bei der Sie sich ausgewogene Rationen zusammenstellen lassen. Nur so können Sie sicherstellen, dass Sie Ihrer Katze wirklich eine ausgewogene und gesunde Ernährung anbieten.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen mit Ihren bald noch viel besser duftenden Katzen – vielleicht können Sie dann ja auch noch einmal überlegen, ob Sie nicht doch eine weitere Katzentoilette im Wohnbereich aufstellen könnten?

Herzliche Grüße,
Christine Hauschild

Mobile Katzenschule Happy Miez

Tierberufe Ausbildung bei der ATN Akademie

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